Sanft ankommen — die Eingewöhnung
Der Start in der Kita ist ein großer Schritt. Wir arbeiten mit dem Berliner Eingewöhnungsmodell — dem in Deutschland am besten erforschten Konzept. Kein „Cold Turkey", keine Tränen-Olympiade. Sondern Bindung vor Trennung.
Warum sanfte Eingewöhnung wichtig ist
Kinder unter drei Jahren bauen Bindung früh und intensiv auf. Ein zu schneller Übergang ohne Vertrauensphase führt zu Trennungs-Stress, Schlafproblemen und einem schlechten Start in den Kita-Alltag. Das Berliner Modell setzt deshalb darauf, dass dein Kind die Bezugserzieherin mag, bevor wir allein bleiben.
Die vier Phasen
Phase 1 — Grundphase (Tag 1–3)
Du kommst mit deinem Kind, meist für 1–2 Stunden. Ihr beobachtet die Gruppe, dein Kind bleibt in deiner Nähe. Die Bezugserzieherin baut behutsam Kontakt auf — ohne Druck.
Phase 2 — Erster Trennungsversuch (etwa Tag 4)
Du verabschiedest dich kurz und klar, gehst für max. 30 Minuten. Wir beobachten genau, wie sich dein Kind verhält — und besprechen mit dir, ob wir am nächsten Tag verlängern können.
Phase 3 — Stabilisierungsphase (Tag 5 bis Woche 2/3)
Schrittweise Verlängerung der Trennungszeit. Manche Kinder bleiben nach einer Woche schon zum Mittagessen, andere brauchen drei Wochen. Beides ist normal.
Phase 4 — Schlussphase
Du bist nicht mehr in der Kita, aber telefonisch erreichbar. Dein Kind hat eine sichere Beziehung zur Bezugserzieherin aufgebaut.
Häufige Fragen zur Eingewöhnung
Mein Kind weint in Phase 2 stark — was passiert?
Wir holen euch zurück, beruhigen gemeinsam, versuchen es am nächsten Tag erneut. Kein Drama.
Können beide Eltern teilnehmen?
Ja, aber empfohlen ist eine Hauptperson über die gesamte Phase — Wechsel verlängern die Eingewöhnung.
Wie ist es mit Geschwisterkindern?
Geschwisterkinder bei uns sind oft beste Eingewöhnungshelfer. Wir nutzen das aktiv.
Was, wenn ich zwei Wochen keine Zeit habe?
Wir machen das nicht. Ehrliche Aussage: Eine eingedampfte Eingewöhnung führt fast immer zu Problemen.